"Der Premierminister wird in der U-Bahn erschossen. Sein Ziel, den Platz der Republik, erreicht er nicht mehr. Dort erwartete ihn seine Gattin vor Tausenden Aufrührern hinter einem Polizeikordon. Journalisten aus aller Welt fotografieren die junge Witwe in ihrem gelben Kleid, das sie, wie wir wissen, ganz bewusst als Hingucker gewählt hat, Jackie Kennedys rosa Kostüm vom Attentatstag in Dallas im Hinterkopf. Auch ihr Mann wusste um die akute Lebensgefahr, wollte sich aber nicht verkriechen. Die Gespräche des Premierministers mit seiner Frau, seinem Masseur und seinem Leibwächter bilden einen Dialogstrang des neuen Stückes von Katharina Schmitt. Die junge Dramatikerin schrieb "Platz der Republik" im Auftrag des Staatstheaters Oldenburg. Dort erlebte es jetzt in einer weisen Fassung der jungen Regisseurin Susanne Kennedy seine Uraufführung."
Die Welt

"Die Dramatikerin Katharina Schmitt hat für das Oldenburgische Staatstheater ein Stück über den Aufstand der Ausgegrenzten in den Pariser Vorstädten geschrieben. "Platz der Republik" ist eine kalte Explosion von Gewalt, eine Explosion ohne Wut. Es ist nicht der gerechte Zorn der Unterdrückten, der hier durchbricht. Die Jugendlichen haben keine Ziele, keine Utopien, noch nicht mal ein Feindbild. Es braucht nicht mal eine Hand, um die Dialogzeilen abzuzählen, die Schmitt den Begründungen der Jugendlichen für ihr Tun widmet. "Die Bibliotheken, die Kindergärten, der Park, alle sind sie nutzlos, alle enden sie dort, wo mein Leben anfängt", sagt ein Junge. Und ein Mädchen sagt: "Um mich herum ist alles nur unerwünscht, da kann ich mich nicht einmal selbst ausschließen."
taz

"Kommunikation oder nicht: Die sperrige Form, in die Schmitt und nicht zuletzt die Oldenburger Regie ihre Geschichte bringen, ist so dramatisch anders als der gewohnte Umgang mit Gewalt in den vielbeschworenen Medien, dass Platz der Republik bei fast völliger Abwesenheit des Geschilderten beklemmend wirkt und eine Auseinandersetzung fordert, die sich nicht in emotionaler Betroffenheit erschöpft. Kein leichter Abend also."
Nachtkritik