DUNKEL LOCKENDE WELT " DIE MUTTER  TOT, ICH SOZUSAGEN ALLEIN!"
Alle Aufmerksamkeit konzentriert Katharina Schmitt in der Regie auf die Schauspieler, die ihre fest gezeichneten Figuren während der Vorstellung nicht verlassen. Das Spiel ist statisch, mit Fokus auf die Mimik der Gesichter und minimalistische Gesten, die umso mehr hervorstechen. Ivana Uhlíøová, Daniela Koláøová und Marian Roden spielen, jeder in seinem Stil, ein hochrhythmisches, harmonisches Konzert. Ivana Uhlíøová - neurotisch verspannt und gleichzeitig verletzlich, Daniela Koláøová - wissenschaftlich kühl und im Innern leidenschaftlich, Marian Roden - naiv besorgt und berechnend hinterhältig. Alles steht und fällt mit dem genauen Rhythmus des Sprechens. Obwohl es sich bei dieser Inszenierung um die allererste Aufführung eines Stückes des mehrmals ausgezeichneten Autors Händl Klaus in Tschechien  handelt, kann sich das Prager Kammertheater, dank der sensiblen Regie und der genauen Schauspielarbeit einen weiteren Durchbruch in der tschechischen Theaterwelt zuschreiben"
Veronika ©tefanová, Ex, 22.2.2008


Dunkel lockendes Theater
Das Stück, in der Regie der frischen Absolventin der Theaterakademie Katharina Schmitt, wird im Prager Kammertheater gezeigt und passt genau in die minimalistische Poetik dieses Theaters. Die Schauspieler - Ivana Uhlíøová, Daniela Koláøová und Marian Roden - beherrschen sie perfekt. Auf einer leeren Bühne spielen sie in angespannter Pose und mit minimalistischer Mimik und Gestik drei lange Dialoge. Diese sind voller Rätsel,  Andeutungen und vor allem voller Falschheit und unterdrückter Leidenschaft. Zwischen langen Pausen voller Spannung lässt sich Unheil erahnen. Das Stück bietet keine Lösungen, es beleuchtet eher unsere eigenen Neurosen und Unsicherheiten."
VítìzsIava ©rámková, Wochenzeitung Rozhlas, 26. 11. 2007


Reagieren wir wie Pflanzen?
D
ie Ausrichtung des Prager Kammertheaters auf zeitgenössische deutschsprachige Dramatik führte in den vergangenen Jahren zu vielen beachtlichen Ergebnissen. Für sein Stück Dunkel lockende Welt wurde der 38jährige Händl Klaus zum Autor des Jahres 2006 der Zeitschrift Theater Heute gewählt. In der Übersetzung von Petr ©tìdron  wurde das Stück von der, um zehn Jahre jüngeren, Absolventin der Prager Theaterakademie, der  deutschen Regisseurin und Dramatikerin Katharina Schmitt inszeniert. Das Konzept der Inszenierung geht von der spezifischen Poetik des Texts aus, die - schwer zu sagen inwieweit absichtlich -  sehr nah mit einer der Kategorien der Arbeit von Nathalie Sarraute, den "Tropismen" zusammenhängt. Ähnlich wie die große Dame des französischen neuen Romans, spricht auch Mechthild, eine der drei Figuren des Stücks, von Tropismen. Tropismen sind feine Bewegungen, mit denen Pflanzen auf äußere Einflüsse reagieren, zum Beispiel auf Licht. Aus dem Stück und seiner Umsetzung wird klar, dass den Dramatiker und die Regisseurin das Selbe interessiert: die Beziehung zwischen dem äußerlichen Ausdruck der Figuren in ihrer Sprache und ihren unbewussten psychophysischen Reaktionen. 
Bronislav Pra¾an, Theaterzeitung, 30. 10. 2007



Dunkel lockende Welt zielt durch die Groteske auf die Tragödie
Die deutsche Regisseurin Katharina Schmitt entdeckte in Händl Klaus Stück Parallelen zu Filmen von Alfred Hitchcock und David Lynch. Das macht Sinn, denn die Geschichte ist voller Spannung, Lügen und im Unterbewussten vergrabenen Traumata. Von ihren Schauspielern fordert sie Präzision. Die Aufgabe der Schauspieler ist es, einen Wall aus Worten zu erbauen und ihn immer wieder, fast unabsichtlich einzureißen.  Klaus raffinierte Satzschichten aus Klischees und intelligenten Denksprüchen benutzt Katharina Schmitt um eines unserer zivilisatorischen Paradoxe bloßzustellen: Je mehr der Mensch sich um eine rationale Selbstkontrolle bemüht, desto eher rutscht er auf der Bananenschale seiner unterdrückten Triebe aus.
Sa¹a Hrbotický, Wirtschaftsnachrichten, 9. 10. 2007